Eine besondere Exkursion: Die Abschlussklasse des SPK Linz zu Gast im Lern- und Seminarzentrum „Zur kleinen Seidlerei“

Am Samstag, den 21. März 2026, durften wir uns über einen ganz besonderen und überaus freudigen Besuch in der „kleinen Seidlerei“ in Wurmbrand freuen. Die Abschlussklasse des berufsbegleitenden Lehrgangs des Sozialpädagogischen Kollegs Linz (SPK) reiste gemeinsam mit ihrer Direktorin, Dipl.-Päd. Barbara Gut, für eine rundum spannende Exkursion zu uns ins malerische Waldviertel an. Für viele der angehenden Fachkräfte war es eine willkommene Abwechslung zum klassischen Unterricht im Hörsaal.

Das übergeordnete Ziel dieser Exkursion war es, den Studierenden tiefe und vor allem praxisnahe Einblicke in die tiergestützte Arbeit unseres Lern- und Seminarzentrums zu vermitteln. Wir wollten gemeinsam den so wichtigen Brückenschlag zwischen dem theoretischen Wissen, das sie sich in ihrer Ausbildung angeeignet haben, und der tatsächlichen sozialpädagogischen Praxis vor Ort erlebbar machen. Gerade bei einer
Exkursion geht es darum, die Atmosphäre eines Hofes, die Natur und die feine Kommunikation zwischen Mensch und Tier ungefiltert aufzusaugen.

 

Praxis hautnah: Live-Einheit im pferdegestützten Legasthenietraining

Ein absoluter Höhepunkt und das Herzstück dieser Exkursion war die Live-Hospitation einer echten, pferdegestützten Einheit im Legasthenietraining. Hier durften die angehenden Fachkräfte unsere Arbeit nicht nur aus Büchern oder durch Erzählungen aus der Theorie kennenlernen, sondern live am Reitplatz miterleben. Ein besonders mutiges Lernkind, das an diesem Tag im Mittelpunkt stand, zeigte eindrucksvoll und voller Stolz, wie ein solches Training bei uns abläuft. Das Kind band die anwesenden Studierenden sogar unter Einsatz von Mikrofonen souverän und selbstbewusst in die laufenden Aufgaben ein: eine Meisterleistung an Selbstwirksamkeit!

Zu beobachten, wie das Pferd als unvoreingenommener Co-Trainer auf die Körpersprache des Kindes reagierte und wie die Übungen mit Bewegung verknüpft wurden, war faszinierend. Für die Studierenden machte genau dieses unmittelbare, direkte Erleben am Tier diese Exkursion zu einer besonders wertvollen und einprägsamen Erfahrung, die man in keinem Klassenzimmer der Welt nachstellen könnte.

 

Geschulter Blick: Gezielte Beobachtungsaufträge für die Studierenden

Um den pädagogischen und didaktischen Mehrwert der Exkursion für die Abschlussklasse noch weiter zu steigern, wurden den angehenden Sozialpädagoginnen und -pädagogen während der Live-Einheit ganz gezielte Beobachtungsaufträge erteilt. Sie sollten ganz genau auf die vielschichtigen Interaktionen achten: Wie kommuniziert das Kind mit dem Pferd? Welche nonverbalen Signale sendet das Tier aus? Und wie begleite ich als psychosoziale Beraterin und diplomierte Lern-, Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin den Prozess?

Diese strukturierte Herangehensweise half den Teilnehmern der Exkursion enorm dabei, ihren eigenen professionellen Blick zu schärfen. Es ging darum, wertfrei zu beobachten und die subtilen pädagogischen Interventionen während des Trainings klar von vorschnellen Interpretationen zu trennen. Die Exkursion bot somit ein ideales Übungsfeld, um diese zentrale Kernkompetenz der Sozialpädagogik in einem sicheren, begleiteten Rahmen zu trainieren.

 

Fachlicher Austausch und Reflexion im beheizten Stüberl

Nach der intensiven praktischen Einheit an der frischen – noch sehr kühlen – Waldviertler Luft verlagerte sich der zweite Teil der Exkursion in unser gemütliches, gut beheiztes Stüberl auf dem Hof. Bei einer heißen Tasse Kaffee und Tee reflektierten wir gemeinsam in großer Runde die Ergebnisse der zuvor bearbeiteten Beobachtungsaufträge. In einer anschließenden, sehr lebhaften Fragerunde konnten offene Themen fachlich tiefgehend vertieft werden.

Wir diskutierten systemische Ansätze, streiften Methoden wie das IFS (Internal Family Systems), das uns hilft, die inneren Anteile der Kinder besser zu verstehen, und beleuchteten die vielfältigen
Rahmenbedingungen der sozialpädagogischen Praxis. Auch Themen wie die Finanzierung über die Kinder- und Jugendhilfe oder die Unterstützung der Erziehung (UdE) kamen zur Sprache. Der unglaublich rege und fundierte Austausch während dieses Teils der Exkursion zeigte das große Interesse, die hohe Motivation und die echte Leidenschaft der Studierenden für dieses Berufsfeld.

 

Zukunftsweisendes Feedback und Vorfreude auf ein Wiedersehen

Das abschließende Fazit dieser Exkursion fiel von allen Seiten unglaublich positiv und herzerwärmend aus. Das großartige, detaillierte Feedback der Teilnehmenden zeigte uns ganz deutlich, dass sie die Exkursion in die kleine Seidlerei als enorm inspirierend, horizonterweiternd und zukunftsweisend für ihr eigenes späteres Berufsleben empfanden. Auch Frau Direktorin Barbara Gut zeigte sich sichtlich begeistert von den Abläufen und signalisierte bereits beim Abschied ein starkes Interesse an einer Wiederholung dieses wertvollen Praxisformates für kommende Jahrgänge.

 

Wir bedanken uns von Herzen für diese gelungene Exkursion und wünschen der Abschlussklasse alles erdenklich Gute für ihren weiteren Weg!

Wir bedanken uns von ganzem Herzen für diese rundum gelungene Exkursion, für die großartigen Fragen und die wertschätzende Grundhaltung der gesamten Gruppe. Wir wünschen der Abschlussklasse des SPK Linz für ihren weiteren beruflichen sowie privaten Weg alles erdenklich Gute!

Unsere Türen in Wurmbrand stehen für einen erneuten Besuch jederzeit weit offen.